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Verfasserschaft, Datierung und Umfeld
Das Vorwort stellt das Werk als hebräischen Text des Matthäus dar, den Hieronymus übersetzt habe; diese Angabe gehört jedoch zu seinem literarischen Rahmen und begründet weder eine apostolische Verfasserschaft noch eine Übersetzung durch Hieronymus. Die lateinische Erzählung gestaltet Stoff aus dem Protevangelium des Jakobus um und fügt Episoden über die Reise nach Ägypten und die Kindheit Jesu hinzu. Ihre Handschriftentradition kennt mehrere Formen, sodass sich nicht für jede Szene ein einziges genaues Datum angeben lässt. Der Katalog e-Clavis verzeichnet einen lateinischen Zeugen für einen Teil des Werkes in einer Sammelhandschrift von etwa 800, ein sicherer spätester Zeitpunkt für das Bestehen dieses Stoffes.
Aufbau der dreiundvierzig Kapitel
Kapitel 1 enthält auf dieser Seite die Vorworte; die Erzählung beginnt in 2. In 2–9 empfangen Joachim und Anna die Verheißung Marias, die im Tempel aufwächst und Joseph anvertraut wird. Die Kapitel 10–18 reichen von der Verkündigung über die Geburt und die Magier bis zur Flucht. In 19–26 reagieren auf der Reise nach Ägypten Tiere, eine Palme und Götzenbilder auf das Kind. Die Kapitel 27–43 versammeln Kindheitsepisoden mit Spiel, Unterricht, Heilung und Familie. Diese hiesige Einteilung verschiebt die Verweise um eins gegenüber Ausgaben, die mit Joachim zu zählen beginnen.
Themen und Schlüsselstellen
Marias Weihe im Tempel in 5–9 gibt ihr eine Geschichte vor der Geburt Jesu. Die Wasserprobe in 13 beantwortet innerhalb der Erzählung die Anschuldigungen gegen Maria und Joseph. In der Krippenszene in 15 erkennen ein Ochse und ein Esel das Kind; die Palme in 21–22 liefert auf der Flucht Nahrung und Wasser. Die stürzenden Götzenbilder in 23–25 stellen den Aufenthalt in Ägypten als religiöse Konfrontation dar. Zu den Kindheitszeichen in 27–43 gehören Heilungen, aber auch harte Strafen, ein Merkmal, das eine einseitige Darstellung der Familienszenen leicht verdeckt.
Zusammenfassung nach Abschnitten
1–9: Vorangestellte Briefe beanspruchen die Namen von Matthäus und Hieronymus. Joachim wird vom Gottesdienst ausgeschlossen, weil er kein Kind hat, und auch Anna klagt. Himmlische Botschaften verheißen Maria, die in den Tempel eintritt und später in Josephs Obhut gegeben wird.
10–18: Maria erhält die Nachricht von der Empfängnis; Joseph ist beunruhigt, und beide sehen sich einem Verdacht ausgesetzt. Die Reise nach Bethlehem führt zur Geburt in einer Höhle und zur Krippenszene. Magier besuchen das Kind, Herodes lässt Knaben töten, und Joseph flieht mit der Familie.
19–26: Auf dem Weg nach Ägypten weichen Drachen und wilde Tiere vor Jesus. Eine Palme neigt sich mit Früchten, und eine Quelle tritt hervor. In Ägypten stürzen die Götterbilder, und ein örtlicher Herrscher reagiert auf das Zeichen. Ein Engel befiehlt der Familie die Heimkehr.
27–43: Jesus formt Lehmteiche und Vögel, streitet mit Lehrern und heilt. Einige Kinder sterben nach Auseinandersetzungen, andere werden wiederhergestellt. Die Folge endet bei den Verwandten Josephs, die warten, bis Jesus mit ihrer Mahlzeit beginnt.
Rezeption und Handschriften
Der Katalog e-Clavis beschreibt zahlreiche lateinische Handschriften in unterschiedlichen Textfamilien. Manche spätere Formen fügen Wunder hinzu, die mit dem Kindheitsevangelium des Thomas verbunden sind; der Schlussblock dieser Ausgabe gehört zu einer wachsenden Überlieferung. Szenen wie die Palme, der Ochse und der Esel gelangten auch in die christliche Kunst, ohne dass das Werk dadurch zu einem der vier kanonischen Evangelien würde. Die Angabe des Vorworts, Hieronymus habe Matthäus übersetzt, ist kein unabhängiger Beleg für diesen Ursprung.
Quellen
- Alexander Walker, The Gospel of Pseudo-Matthew (1886).
- Brandon W. Hawk, Gospel of Pseudo-Matthew (2023).