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Verfasserschaft, Datierung und Hintergrund
Der Gruß nennt die Gemeinde in Rom als Absenderin und die Gemeinde in Korinth als Empfängerin; der Name des Clemens kommt darin nicht vor. Spätere christliche Zeugen schrieben den Brief Clemens von Rom zu. Die korinthische Gemeinde erlebte einen Streit, in dem einige Presbyter abgesetzt worden waren. Den einleitenden Hinweis auf Bedrängnisse in Rom brachte die ältere Catholic Encyclopedia mit der Zeit Domitians, dem Ende des ersten Jahrhunderts, in Verbindung; der Brief selbst enthält jedoch keine ausdrückliche Datierung.
Aufbau der fünfundsechzig Kapitel
Die Kapitel 1–3 erinnern an den früheren Frieden Korinths und führen den Neid als Ursache des Streits ein. In 4–23 stützen biblische Beispiele und apostolische Gestalten die Aufrufe zu Buße und Demut. Die Kapitel 24–36 behandeln Auferstehung, Verheißungen und Christus. In 37–48 führen Bilder der Ordnung zur Erörterung der verdrängten Amtsträger. Die Kapitel 49–58 bestehen auf Liebe, Zurechtweisung und Versöhnung. Ein Gebet füllt 59–61; 62–65 schließen die Mahnung ab und nennen die Boten.
Themen und Schlüsselstellen
Der Neid, den Kain in Kapitel 4 veranschaulicht, und die Leiden von Petrus und Paulus in Kapitel 5 spiegeln die gegenwärtige Zwietracht. In 24–26 stützen Bilder aus der Natur die Hoffnung auf die Auferstehung. Die Kapitel 42–44 verbinden die Sendung der Apostel mit der Einsetzung von Amtsträgern und stellen deren Absetzung ohne gerechten Grund infrage. In 47 wird die Gemeinde gebeten, den Brief des Paulus an die Korinther erneut zu lesen. Die Liebe in 49–50 und die Möglichkeit, in 54 freiwillig den eigenen Platz zu räumen, machen die Einheit zu einer konkreten Aufgabe.
Zusammenfassung nach Abschnitten
Der Brief beginnt mit dem Bedauern über Roms verspätete Antwort und dem Lob für das frühere Verhalten Korinths. In 4–18 stellen die Erzählungen von Kain, den Erzvätern, Rahab und David den Neid der Demut gegenüber. In 19–36 weiten die Ordnung der Schöpfung, die Auferstehungshoffnung und die Mittlerschaft Christi das Argument aus. In 37–48 werden der Leib und der gemeinsame Dienst zu Bildern für das Leben der Kirche; die Absetzung treuer Presbyter wird kritisiert. In 49–58 werden die Urheber des Aufruhrs zur Umkehr gerufen, während die übrigen aufgefordert werden, für sie zu beten. Das lange Gebet in 59–61 schließt die Herrscher ein. Am Ende bittet die Gemeinde, dass ihre Gesandten rasch mit Nachricht vom Frieden nach Rom zurückkehren.
Rezeption und Handschriften
Dionysius von Korinth, den die Catholic Encyclopedia anführt, berichtet, dass der römische Brief im zweiten Jahrhundert in Korinth noch immer verlesen wurde. Dieselbe Quelle verzeichnet seine Überlieferung in Handschriften, die auch das als 2. Clemens bezeichnete Werk überliefern, unterscheidet aber die Verfasserschaft der beiden Schriften. Der 1. Clemensbrief besaß unter den frühen Christen erhebliche Autorität, gehört jedoch in den gängigen kanonischen Ausgaben nicht zum Neuen Testament.
Quellen
- Clemente de Roma, atribuição tradicional, Letter to the Corinthians (século I).
- John Chapman, Pope St. Clement I (1908).