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Verfasserschaft, Datierung und Umfeld
Die achtzehn Psalmen Salomos sind jüdische Dichtungen, die in ihrer Überschrift Salomo zugeschrieben werden, ohne den König zu ihrem geschichtlichen Verfasser zu machen. Crawford Howell Toy bezieht die Hinweise auf die Einnahme Jerusalems und den Tod des Eroberers auf Pompeius, der die Stadt 63 v. Chr. einnahm und 48 v. Chr. starb; er schlägt für die Sammlung die Zeit von 70–40 v. Chr. vor. Das ist eine geschichtliche Deutung der Dichtungen, kein Datum, das sie selbst nennen. Das erhaltene Griechisch kann die Übersetzung eines verlorenen hebräischen Originals sein; das Datum der Übersetzung ist ungewiss.
Aufbau der achtzehn Psalmen
Die Dichtungen 1–2 führen von hochmütigem Wohlstand zu Invasion und Gericht über den Eroberer. Die Psalmen 3–8 wechseln zwischen Vertrauen, Kritik an den Führern und Bitten mitten im Krieg. In 9–16 erscheinen Bekenntnis, Zurechtweisung, Schutz und Hoffnung für Israel in Gebeten, die von verschiedenen Stimmen gesprochen werden. Die Psalmen 17–18 schließen mit der Hoffnung auf einen gerechten davidischen Herrscher und einer weiteren Bitte um göttliche Barmherzigkeit. Diese Nummerierung entspricht den achtzehn Kapiteln dieser Website.
Themen und Schlüsselstellen
Psalm 2 stellt die Gewalt des Eroberers neben das Gericht, das ihn ereilt. In 3:12 reicht die Hoffnung für die Gerechten über den Tod hinaus; in 8 veranlasst die öffentliche Katastrophe auch zur Prüfung der eigenen Verfehlungen Jerusalems. Psalm 11 ruft die Stadt auf, die Zerstreuten aufzunehmen. In 17 verbindet die Bitte um einen Sohn Davids rechtmäßige Herrschaft, Gerechtigkeit und die Wiedervereinigung Israels. Psalm 18 betont Barmherzigkeit und Zurechtweisung. Gemeinschaftsklage und persönliches Gebet sprechen in der ganzen Sammlung in unterschiedlichen Tonlagen.
Zusammenfassung nach Teilen
1–4: Der Sprecher räumt die Anmaßung der Gemeinde ein. Es folgen Angriff von außen, Entweihung und der Sturz des Angreifers; der Segen für die Gerechten steht im Gegensatz zur Kritik an einem Mann, dessen frommer Anschein sein Verhalten verbirgt.
5–8: Bitten um Versorgung, Schutz und Gottes Nähe führen zu einem Bild des Krieges in Jerusalem. Psalm 8 macht auch die Führer des eigenen Landes verantwortlich, statt die Krise ganz dem äußeren Feind anzulasten.
9–16: Die Erinnerung an das Exil eröffnet eine Folge von Bekenntnis und Vertrauen. Die Posaune von Psalm 11 kündigt die Rückkehr des zerstreuten Volkes an; andere Dichtungen suchen Rettung vor Verleumdung, preisen die göttliche Zurechtweisung und unterscheiden das Los der Frommen von dem der Gewalttätigen.
17–18: Psalm 17 bittet um einen von David abstammenden Herrscher, der Jerusalem reinigt und gerecht regiert. Die letzte Dichtung kehrt zu Gottes Güte gegenüber Israel und zu der Hoffnung zurück, die mit dem Gesalbten verbunden ist.
Rezeption und Handschriften
Die Jewish Encyclopedia stellt fest, dass das Werk außerhalb der Septuaginta steht und dass der bekannte Text auf Griechisch und in Übersetzungen daraus erhalten ist. Wann und warum die Dichtungen den Namen Salomos erhielten, bleibt ungewiss. Diese achtzehn Dichtungen sind sowohl vom biblischen Psalter als auch von den Oden Salomos zu unterscheiden; ihre Konflikte gehören zum jüdischen Leben gegen Ende der Zeit des Zweiten Tempels.
Quellen
- Crawford Howell Toy, Psalms of Solomon, The (1906).