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Verfasserschaft, Datierung und Umfeld
Der Gruß nennt Polykarp und die Presbyter bei ihm als Absender an die Gemeinde in Philippi. Er antwortet auf das Interesse der Philipper an den Briefen des Ignatius und gibt Weisungen für das Gemeindeleben. Das Verhältnis der Briefteile zueinander und die Datierung sind weiterhin umstritten: Die Erwähnungen des Ignatius in 9 und die Bitte um Nachricht von ihm in 13 führten zu der Vermutung, zwei Briefe seien zusammengefügt worden, doch ist dies nicht entschieden. Der Kontakt mit Ignatius prägt daher die historische Diskussion, ohne ein genaues Datum für jedes Kapitel festzulegen.
Aufbau der vierzehn Kapitel
Nach dem Gruß und dem einleitenden Lob in 1 behandeln die Kapitel 2–6 die Standhaftigkeit sowie die Pflichten der Witwen, Diakone, Jüngeren und Presbyter. In 7–10 warnt der Verfasser vor der Leugnung des Kommens Christi im Fleisch und ruft zu Gebet, Geduld und gutem Wandel auf. Der Fall des Valens füllt 11, während 12 zum Gebet für verschiedene Menschen mahnt. In 13–14 spricht Polykarp über das Senden der Briefe des Ignatius und schließt mit der Empfehlung des Überbringers.
Themen und Schlüsselstellen
Die Auferstehung Christi begründet in 2 die Hoffnung auf die Auferstehung, statt losgelöst vom Verhalten zu stehen. Die Sorge für die Witwen und das Verhalten der Amtsträger in 4–6 machen den Rat konkret. Kapitel 7 verknüpft die Leugnung der Menschwerdung und des Kreuzes mit lehrmäßigem Irrtum; 8–9 antworten mit Christus und den Leidenden als Vorbildern der Standhaftigkeit. In 11 verlangt das Vergehen des Valens und seiner Frau eher eine maßvolle Zurechtweisung als allein eine öffentliche Verurteilung. Kapitel 13 gewährt einen Einblick in Briefe, die zwischen Gemeinden wandern.
Zusammenfassung nach Abschnitten
1–6: Polykarp lobt die Aufnahme derer, die für Christus gelitten haben, erinnert an den Glauben an die Auferstehung und wendet sich an einzelne Gruppen der Gemeinde. Die Witwen sollen beten und Verleumdung meiden; Diakone und Presbyter erhalten Pflichten des Dienstes, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit.
7–10: Er weist eine Lesart zurück, die die Wirklichkeit des Lebens und Leidens Jesu leugnet. Er bittet um Fasten und Gebet und stellt Christus, Paulus und andere als Vorbilder der Standhaftigkeit dar. Der Glaube soll sich in einem Verhalten zeigen, das keinen Anlass zum Tadel gibt.
11–14: Polykarp trauert über das Verhalten des Valens, eines früheren Presbyters, und bittet, das Ehepaar als Glieder zu behandeln, die wiederhergestellt werden sollen. Er mahnt außerdem zum Gebet für Herrscher und Verfolger. Schließlich erwähnt er die nach Philippi gesandten Briefe des Ignatius und empfiehlt Crescens.
Rezeption und Handschriften
Der Brief wird unter den Schriften studiert, die als Apostolische Väter bekannt sind, und verbindet sich ausdrücklich mit der Korrespondenz des Ignatius. Der griechische Text ist nicht in einem einzigen Zeugen vollständig erhalten; die Ausgaben ziehen auch eine frühe lateinische Übersetzung und bei Eusebius überlieferte griechische Zitate heran. Diese Überlieferung gehört zur fortdauernden Diskussion über die Einheit des Briefes. Diese Ausgabe bietet jedoch vierzehn Kapitel in fortlaufender Folge; die Hypothese zweier Briefe ist kein im Text berichtetes Ereignis.
Quellen
- Alexander Roberts e James Donaldson, eds., Epistle of Polycarp to the Philippians (1885).
- Kirsopp Lake, Introduction to The Epistle of Polycarp to the Philippians (1912).