Polykarpbrief an die Philipper · Kapitel 3
Kapitel 3 — Äußerungen über die eigene Unwürdigkeit.
2Dies, Brüder, schreibe ich euch über die Gerechtigkeit, nicht weil ich mir etwas anmaße, sondern weil ihr mich dazu eingeladen habt.
3Denn weder ich noch irgendein anderer, der so ist wie ich, kann an die Weisheit des seligen und verherrlichten Paulus heranreichen.
4Er lehrte euch, als er unter euch war, sorgfältig und standhaft das Wort der Wahrheit vor denen, die damals lebten.
5Und als er abwesend von euch war, schrieb er euch einen Brief; wenn ihr ihn sorgfältig studiert, werdet ihr finden, dass er euch im Glauben aufbaut, der euch gegeben ist, und der, von der Hoffnung begleitet und der Liebe zu Gott, zu Christus und zum Nächsten vorangestellt, „die Mutter von uns allen ist“.
6Denn wer diese Gaben im Inneren besitzt, hat das Gebot der Gerechtigkeit erfüllt, da der, der die Liebe hat, fern von aller Sünde ist.
Wörter in diesem Kapitel
Was diese Wörter im Original bedeuteten – und wo sie noch vorkommen.
- EmunaאֱמוּנָהGlaube als Festigkeit und Treue, nicht als Meinung über etwas Ungewisses.
- AgapeἀγάπηDie Liebe, die das Gute des anderen beschließt, ohne davon abzuhängen, was man für ihn empfindet.
- ZedakaצְדָקָהGerechtigkeit als richtige Beziehung und im späteren Judentum als Almosen.
- ChattatחַטָּאתSünde als Zielverfehlen: der Pfeil, der weit an dem vorbeigeht, was er treffen sollte.
Englischer Text: Ante-Nicene Fathers, vol. 1, The Epistle of Polycarp to the Philippians (Buffalo: Christian Literature Publishing Co.), Alexander Roberts and James Donaldson, 1885 (gemeinfrei). Deutsch: Übersetzung von Lux Veritas auf Grundlage dieser Ausgabe.
Quelle: Ante-Nicene Fathers, vol. 1, The Epistle of Polycarp to the Philippians (Buffalo: Christian Literature Publishing Co.), Alexander Roberts and James Donaldson (1885) · gemeinfrei