LUX VERITAS

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Esther (Griechische Fassung)

16 Kapitel

Griechische Zusätze

Lesehinweis

Die griechische Fassung des Buches Esther mit den Abschnitten, die im hebräischen Text fehlen: die Gebete Mardochais und Esthers, die Erlasse und die ausdrücklichen Erwähnungen Gottes.

Englischer Text: King James Version, Apocrypha, Additions to Esther (London: Robert Barker), King James Version translators, 1611 (gemeinfrei). Deutsch: Übersetzung von Lux Veritas auf Grundlage dieser Ausgabe.

Quelle: King James Version, Apocrypha, Additions to Esther (London: Robert Barker), King James Version translators (1611) · gemeinfrei

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Verfasserschaft, Datierung und Kontext

Das griechische Buch Esther (mit den Zusätzen zu Esther) stellt die erweiterte und theologisch angereicherte Fassung der in der Septuaginta überlieferten Erzählung dar. Nach dem bibliographischen Kolophon, das bei Esther 11:1 angefügt ist und von Emil G. Hirsch in der Jewish Encyclopedia sowie von David J. A. Clines in Harper's Bible Commentary untersucht wurde, wurde der Text von Lysimachus, dem Sohn des Ptolemäus von Jerusalem, aus dem Hebräischen übersetzt und von Dositheus im vierten Jahr des Ptolemäus und der Kleopatra nach Ägypten gebracht (von der Forschung entweder auf 114–113 v. Chr. unter Ptolemäus VIII. oder auf 78–77 v. Chr. unter Ptolemäus XII. datiert).

Während der hebräische masoretische Text bekanntlich die direkte Erwähnung des Namens Gottes und ausdrückliche Gebete vermeidet, wurde die griechische Rezension für die hellenistisch-jüdische Diaspora im ptolemäischen Ägypten bearbeitet und führte ausdrücklich die göttliche Vorsehung, leidenschaftliche Fürbittgebete und echt klingende königliche Erlasse am Hof des Artaxerxes (Ahasveros) ein.

Aufbau

In der lateinischen Vulgata-Tradition, die der heilige Hieronymus ordnete und die in den katholischen Bibeln fortgeführt wird, umfasst das Buch sechzehn Kapitel: Die Kapitel 1 bis 10 enthalten den mit dem Hebräischen gemeinsamen Kernbestand, während die Kapitel 11 bis 16 die sechs griechischen deuterokanonischen Zusätze versammeln (von der Forschung als Zusätze A bis F bezeichnet). In der Septuaginta sind diese Zusätze unmittelbar an ihren organischen Stellen in die Erzählung eingefügt.

Zusatz A (Kapitel 11:2–12:6) berichtet von Mardochais apokalyptischem Traum von zwei Drachen und von der vereitelten Verschwörung der Eunuchen; Zusatz B (Kapitel 13:1–7) gibt den von Haman entworfenen königlichen Vernichtungserlass wieder; Zusatz C (Kapitel 13:8–14:19) enthält die inbrünstigen Gebete Mardochais und Esthers; Zusatz D (Kapitel 15:1–16) erweitert Esthers gefahrvolle Audienz beim König; Zusatz E (Kapitel 16:1–24) bietet den zweiten königlichen Erlass, der Haman anprangert und die Verteidigung erlaubt; und Zusatz F (Kapitel 10:4–11:1) liefert die Deutung von Mardochais Traum zusammen mit dem Übersetzungskolophon.

Themen und Schlüsselstellen

Das beherrschende Thema ist die höchste Souveränität und Bundestreue Gottes über die kaiserlichen Mächte, die eine irdische Hofintrige zu einem kosmischen Drama der rettenden Befreiung erhebt. Gebet, Fasten, rituelle Reinheit im Exil und sittlicher Mut werden als die wahren Schutzmittel des Volkes Gottes gegen den heidnischen Antisemitismus hervorgehoben.

Am Ende ihres einsamen Gebets in der Not, bevor sie in Kapitel vierzehn ungerufen vor den persischen König tritt, fleht Königin Esther: „Und rette mich aus meiner Furcht!“

Zusammenfassung nach Teilen

Prophetischer Traum und Eunuchenverschwörung (Zusatz A, Kapitel 11–12): Mardochai sieht eine Vision von kämpfenden Drachen, von Donner und von einer winzigen Quelle, die zu einem mächtigen Strom anschwillt; später belauscht er zwei königliche Eunuchen, die den König ermorden wollen, und deckt sie auf.

Der Vernichtungserlass und das Flehen des Volkes (Zusätze B und C, Kapitel 13–14): Artaxerxes erlässt Hamans Dekret, das alle Juden zur Vernichtung verurteilt; Mardochai betet und erklärt, er habe sich allein deshalb geweigert, sich vor Haman zu beugen, um einem Menschen nicht göttliche Ehre zu erweisen, während Esther ihren königlichen Schmuck ablegt und in Asche fastet.

Audienz beim König und gerechtfertigter Rest (Zusätze D, E und F, Kapitel 15–16, 10): Esther bricht vor dem Monarchen zusammen, doch Gott stimmt den Geist des Königs milde; ein Gegenerlass entlarvt Haman als fremden makedonischen Verschwörer und erlaubt den Juden die Verteidigung; Mardochai enthüllt, dass die Quelle Esther sinnbildlich darstellte und die Drachen ihn selbst und Haman.

Rezeption

Das griechische Buch Esther mit seinen sechs Zusätzen wurde von der katholischen Kirche (auf dem Konzil von Trient im Jahr 1546 unfehlbar bekräftigt) und von der östlich-orthodoxen Kirche als kanonische Schrift angenommen. Das rabbinische Judentum hielt streng am kürzeren hebräischen Text fest, eine Praxis, die die protestantischen Reformatoren übernahmen, indem sie die Zusätze in die Apokryphen stellten.

Zu den Textzeugen zählen die großen Unzialkodizes der Septuaginta aus dem vierten und fünften Jahrhundert (Vaticanus, Sinaiticus und Alexandrinus) sowie die lukianische Rezension oder Alpha-Text. Kritisch herausgegeben wurde er von Paul de Lagarde, H. B. Swete und Alfred Rahlfs in ihren monumentalen Septuaginta-Ausgaben.

Quellen

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