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Verfasserschaft, Datierung und Umfeld
Ignatius, Bischof von Antiochia, schreibt an die Christen in Ephesus, während er als Gefangener nach Rom reist. In Kapitel 21 sagt er, er befinde sich in Smyrna, und dankt den Abgesandten der Gemeinde. Der Brief legt das genaue Datum der Reise nicht fest; die Überlieferung setzt sie in das frühe zweite Jahrhundert, doch der spätere Martyriumsbericht bietet keine gesicherte Chronologie.
Aufbau der 21 Kapitel
In 1–6 führt der Besuch der Abgesandten Ignatius dazu, von Onesimus, dem Bischof von Ephesus, und von der Einheit mit dem Bischof und den Presbytern zu sprechen. In 7–12 wendet er sich gegen Lehren, die er für trügerisch hält, und bittet um Gebet für andere. In 13–17 behandelt er die Versammlungen, den Glauben, die Liebe und die Übereinstimmung von Rede und Lebenswandel. In 18–21 betrachtet er das Leiden und die Geburt Christi, hofft, wieder zu schreiben, und schließt.
Themen und Schlüsselstellen
Der Vergleich des Presbyteriums mit gestimmten Saiten in Kapitel 4 stellt die Einheit als gemeinsames Handeln dar, nicht bloß als förmlichen Gehorsam. In Kapitel 7 besteht Ignatius darauf, dass Jesus Mensch und Gott ist, leidet und das Leiden überwindet. Das Gebet für die Gegner in Kapitel 10 verhindert, dass der Lehrstreit zu bloßer persönlicher Feindschaft wird. Kapitel 13 verbindet die häufige Versammlung mit dem Frieden; in Kapitel 20 wird das gemeinsame Brot als Arznei der Unsterblichkeit dargestellt.
Zusammenfassung nach Abschnitten
1–6: Ignatius dankt den Besuchern aus Ephesus, besonders Onesimus, und rät zur Eintracht zwischen der Gemeinde und ihren Amtsträgern.
7–17: Er warnt vor Lehrern, die eine andere Lehre bringen, mahnt zum Gebet für sie und verbindet Glauben und Liebe mit dem Handeln. Er bittet seine Leser, sich zu versammeln und zu üben, was sie lehren.
18–21: Er spricht vom Kreuz, von der Geburt Jesu und von einem außergewöhnlichen Stern; er hofft, das Thema in einem weiteren Brief fortzusetzen. Er schließt mit der Bitte um Gebet für die Kirche in Syrien und mit Grüßen an die Epheser aus Smyrna.
Rezeption und Rezensionen
Eusebius kannte diesen Brief unter den sieben, die Ignatius zugeschrieben werden. Die handschriftliche Überlieferung umfasst eine lange Rezension mit Interpolationen und eine gekürzte syrische Form mit drei Briefen. Die Catholic Encyclopedia hält die mittlere Sammlung für die nützlichste zur Rekonstruktion der frühen Briefe. Diese Unterschiede machen es nötig, die Textform zu bestimmen, bevor man einen einzelnen Satz als geschichtliches Zeugnis behandelt.
Quellen
- Alexander Roberts e James Donaldson (trad.), The Epistle of Ignatius to the Ephesians (1885).
- John B. O'Connor, St. Ignatius of Antioch (1910).