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Verfasserschaft, Datierung und Hintergrund
Das 3. Baruchbuch, auch Griechische Baruch-Apokalypse genannt, legt eine erdachte Antwort auf die Zerstörung Jerusalems in den Mund des mit Jeremia verbundenen Schreibers. Der tatsächliche Verfasser ist unbekannt. Stefan Beyerle hält für die griechische Grundlage eine Entstehung im zweiten Jahrhundert n. Chr. für wahrscheinlich und weist auf Verwandtschaft mit dem ägyptischen Diasporajudentum hin; die überlieferte Gestalt enthält zudem christliche Eingriffe. Die Erzählung beginnt mit Baruchs Trauer und macht aus seiner Frage nach der zerstörten Stadt eine geführte Reise durch den Himmel. Der antike Schauplatz ist kein Abfassungsdatum.
Aufbau der achtzehn Kapitel
Die Kapitel 1–3 führen die Klage, den Engel als Führer und die erste Himmelssphäre ein. In 4–6 sieht Baruch eine weitere Region und fragt nach dem Baum, der Schlange und der Unterwelt. Die Kapitel 7–10 folgen der Sonne, dem Vogel, der sie abschirmt, dem Sonnenuntergang und dem Mond. In 11–18 erreicht der Besuch höhere Sphären mit Vögeln, Engeln, die menschliche Taten tragen, und mit Michael; schließlich kehrt Baruch dorthin zurück, wo er begonnen hatte. Diese Abschnitte folgen den 18 Kapiteln der hiesigen Datei, deren Zählung nicht in jeder wissenschaftlichen Ausgabe übereinstimmen muss.
Themen und Schlüsselstellen
Die Frage in 2:2 nach der verbrannten Stadt setzt die Offenbarung in Gang. Die verwandelten Erbauer des Turms in 3 und der Bericht über den Baum in 4 verbinden Unrecht mit dem gegenwärtigen Zustand der Welt. Der Vogel neben dem Sonnenwagen in 7–9 macht die kosmische Ordnung durch Bilder sichtbar, nicht durch wissenschaftliche Beschreibung. In den Kapiteln 12–17 stehen volle oder leere Körbe für menschliche Handlungen, die vor Michael gebracht werden; das Gericht ist an das gebunden, was Menschen getan haben. Die Reise beantwortet das gemeinsame Leid Jerusalems mit einer Vision von Ordnung und sittlicher Beurteilung.
Zusammenfassung nach Abschnitten
1–6: Baruch trauert um den Fall Jerusalems, und ein Engel verspricht, ihm Geheimnisse zu zeigen. Die Reise führt an himmlischen Toren, den Turmbauern und den Erklärungen zu Baum, Schlange und Hades vorbei.
7–10: Der Führer zeigt den Wagen der Sonne, einen Vogel, der ihrer Hitze standhält, und den Lauf zum Sonnenuntergang. Baruch beobachtet danach das Kommen der Nacht, den Mond und die Sterne.
11–18: Die Vision wendet sich höheren Himmeln zu. Vögel neben einer Ebene gehen den Engeln voraus, die Michael die Taten der Menschen vorlegen. Manche kommen mit vollen Körben, andere traurig oder ohne Gabe; es folgen eine Antwort und eine Verteilung von Öl. Der Führer bringt Baruch an seinen Ausgangspunkt zurück, und die Offenbarung endet im Lobpreis.
Rezeption und Handschriften
Das Werk ist in einer längeren griechischen und einer kürzeren slawischen Fassung erhalten. Die Jewish Encyclopedia merkt an, dass die slawische Fassung trotz ihrer Kürzung mitunter die bessere Lesart bewahrt. Beyerle erkennt den Hinweis auf das Blut Gottes in 4:15, der im Slawischen fehlt, als christlichen Zusatz und vermutet eine christliche Umgestaltung der Michael-Szene. Nicht jede Wendung des erhaltenen Griechischen lässt sich daher ohne Vorbehalt der ersten Gestalt des Buches zuweisen. Das 3. Baruchbuch unterscheidet sich vom Buch Baruch, vom 2. Baruchbuch und vom 4. Baruchbuch und liegt außerhalb des üblichen biblischen Kanons.
Quellen
- Stefan Beyerle, Baruch Writings, II. Christianity (2011).
- Jewish Encyclopedia, Baruch, Apocalypse of (Greek) (1906).
- GreekDoc, 3 Baruch: Greek text and English translation (s.d.).