LUX VERITAS

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3. Baruch · Kapitel 10

Und als sie sich zurückgezogen hatten, fiel auch die Nacht, und zur gleichen Zeit kam der Wagen des Mondes samt den Sternen.

2Und ich, Baruch, sprach: Herr, zeige mir auch, ich bitte dich, wie er hervorgeht, wohin er entschwindet und in welcher Gestalt er sich bewegt. Und der Engel sprach: Warte, und du wirst es auch bald sehen.

3Und am Morgen sah ich ihn auch in der Gestalt einer Frau, auf einem Wagen mit Rädern sitzend. Und vor ihm waren im Wagen Ochsen und Lämmer, und ebenso eine Menge Engel.

4Und ich sprach: Herr, was sind die Ochsen und die Lämmer? Und er sprach zu mir: Auch sie sind Engel.

5Und wiederum fragte ich: Warum nimmt er einmal zu, dann aber wieder ab?

6Und (er sprach zu mir): Höre, o Baruch: Dies, was du siehst, war von Gott schön geschrieben, wie kein anderes.

7Und beim Übertreten des ersten Adam war er nahe bei Sammael, als dieser die Schlange als Gewand nahm. Und er verbarg sich nicht, sondern nahm zu, und Gott zürnte über ihn, schlug ihn und verkürzte seine Tage.

8Und ich sprach: Und wie kommt es, dass er nicht auch immer leuchtet, sondern nur in der Nacht?

9Und der Engel sprach: Höre: Wie vor einem König die Hofleute nicht frei sprechen können, so können der Mond und die Sterne nicht leuchten in Gegenwart der Sonne; denn die Sterne sind immer aufgehängt, aber sie werden von der Sonne verdeckt, und der Mond, obwohl er unversehrt ist, wird von der Hitze der Sonne verzehrt.

Englischer Text: The Greek Apocalypse of Baruch, in The Apocrypha and Pseudepigrapha of the Old Testament, vol. II, H. Maldwyn Hughes, 1913 (gemeinfrei). Deutsch: Übersetzung von Lux Veritas auf Grundlage dieser Ausgabe.

Quelle: The Greek Apocalypse of Baruch, in The Apocrypha and Pseudepigrapha of the Old Testament, vol. II, H. Maldwyn Hughes (1913) · gemeinfrei