Wer ist der Reiche, der gerettet wird? · Kapitel 2
Vielleicht ist der Grund, warum das Heil den Reichen schwerer erscheint als den armen Menschen, nicht einfach, sondern vielfältig. Denn manche, die das Wort des Heilands nur nebenbei hören, „dass es leichter ist, dass ein Kamel durch das Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich der Himmel eingeht“, verzweifeln an sich selbst, als seien sie nicht zum Leben bestimmt, geben alles der Welt preis, klammern sich an das gegenwärtige Leben, als wäre ihnen nur dieses geblieben, und entfernen sich so weiter vom Weg zum zukünftigen Leben. Sie fragen nicht mehr, wen der Herr und Meister reich nennt, noch wie das dem Menschen Unmögliche Gott möglich wird. Andere aber verstehen dies richtig und ausreichend, messen jedoch den Werken, die zum Heil führen, geringe Bedeutung bei und bereiten sich nicht in dem nötigen Maß auf das Erreichen der Ziele ihrer Hoffnung vor. Beides sage ich von den Reichen, die sowohl die Macht des Heilands als auch sein herrliches Heil kennengelernt haben. Mit denen, die die Wahrheit nicht kennen, habe ich wenig zu schaffen.
Wörter in diesem Kapitel
Was diese Wörter im Original bedeuteten – und wo sie noch vorkommen.
- JeschuaיְשׁוּעָהRettung als konkrete Befreiung: aus der Bedrängnis herausgeholt werden, aus der Hand des Feindes, aus der Krankheit.
- EmetאֱמֶתWahrheit als Festigkeit: das, worauf man sich stützen kann, ohne zu fallen.
- MalchutמַלְכוּתReich als Herrschaft im Vollzug: die Regierung, die geschieht, nicht das Gebiet.
Englischer Text: Ante-Nicene Fathers, vol. 2, Who is the Rich Man that shall be Saved? (Buffalo: Christian Literature Publishing Co.), William Wilson, 1885 (gemeinfrei). Deutsch: Übersetzung von Lux Veritas auf Grundlage dieser Ausgabe.
Quelle: Ante-Nicene Fathers, vol. 2, Who is the Rich Man that shall be Saved? (Buffalo: Christian Literature Publishing Co.), William Wilson (1885) · gemeinfrei