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Verfasserschaft, Datierung und Hintergrund
Die Rache des Erlösers (Vengeance of the Savior), oder Vindicta Salvatoris, ist eine anonyme lateinische Erzählung aus dem Pilatuszyklus. Ihre Handlung spielt unter Tiberius und lässt Titus und Vespasian als Rächer des Todes Jesu auftreten, doch dieser Rahmen ist keine verlässliche historische Chronologie. Ein lateinischer Textzeuge aus Saint-Omer gehört ins neunte Jahrhundert, und eine altenglische Fassung wurde im elften abgeschrieben. Diese Daten belegen die mittelalterliche Verbreitung, nicht den ersten Verfasser. Das Werk konstruiert eine religiöse Erklärung für die Zerstörung Jerusalems durch Szenen der Heilung, der Bekehrung und der kollektiven Bestrafung.
Aufbau des einen Kapitels
Die Datei der Website stellt die gesamte Erzählung als ein Kapitel ohne nummerierte innere Gliederung dar. Der Anfang verbindet Nathan, der aus Judäa gesandt wurde, mit dem kranken Titus und der Nachricht von Jesus. Die Mitte berichtet von der Heilung des Titus, seinem Bündnis mit Vespasian, der Belagerung Jerusalems und der Gewalt gegen seine Einwohner. Dann sucht Velosianus Zeugen und das Bild, das Veronika aufbewahrt. Am Ende gelangt das Bild zu Tiberius, der geheilt und getauft wird. Dies sind Stufen innerhalb des einen Kapitels, keine zusätzlichen Kapitel.
Themen und Schlüsselstellen
Die Heilung des Titus nach dem Hören Nathans macht aus einem Bericht von Wundern ein Motiv für militärisches Handeln. Der Erzähler stellt die Eroberung Jerusalems als Strafe für die Kreuzigung dar; die Zuweisung der Schuld an ein ganzes Volk und die beschriebenen Hinrichtungen sind Elemente der antijüdischen Gewalt des Textes und keine Aussagen, die zu billigen wären. Die Suche nach dem Bild Jesu verlagert die Handlung vom Schlachtfeld zum Zeugnis Veronikas, Josephs von Arimathia und Nikodemus'. Schließlich heilt das Bild Tiberius und vollendet die erdachte Abfolge von Bekehrungen.
Übersicht nach Abschnitten
Anfang: Der Wind lenkt Nathan, einen Nachrichtenbringer aus Judäa, zu Titus. Sein Bericht über Jesus veranlasst Titus, seinen Glauben zu bekennen und seine eigene Heilung als Zeichen zu deuten.
Mitte: Titus ruft Vespasian, und gemeinsam greifen sie Jerusalem an. Die Erzählung stellt Belagerung, Hunger, Tote und den Verkauf von Menschen als religiöse Rache dar; diese Szenen gehören einer mittelalterlichen Legende an.
Ende: Velosianus hört Joseph und Nikodemus, erhält von Veronika das Bild Jesu und bringt es nach Rom. Tiberius wird vor ihm geheilt, empfängt die Taufe und beendet den Bericht mit einem Gebet.
Rezeption und Handschriften
Das Vorkommen der Vindicta Salvatoris in mittelalterlichen Handschriften neben anderen apokryphen Berichten zeigt ihre Verbreitung außerhalb des biblischen Kanons. Der Handschriftenkatalog von Stanford beschreibt eine altenglische Abschrift, die zusammen mit den Evangelien und dem Nikodemusevangelium angefertigt wurde. Forschungen zur italienischen Überlieferung verzeichnen zahlreiche spätere Fassungen, ein Beleg für fortgesetzte Umgestaltung. Die Leser sollten den historischen Fall Jerusalems von der fiktiven und verfolgerischen Deutung dieses Werkes unterscheiden.
Quellen
- Alexander Walker (trad.), The Avenging of the Saviour (1886).
- Stanford University, EM1060, Cambridge University Library Ii.2.11 and Exeter Cathedral 3501 (s.d.).
- C. W. Marx, Review of Two Old English Apocrypha and Their Manuscript Source (1998).
- Luca Bellone, La tradizione italiana della Vindicta Salvatoris (2011).