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Rache des Heilands

1 Kapitel

Vindicta Salvatoris

Kapitel

Englischer Text: Ante-Nicene Fathers, vol. 8 (Buffalo: Christian Literature Publishing Co., 1886), Alexander Walker, 1886 (gemeinfrei). Deutsch: Übersetzung von Lux Veritas auf Grundlage dieser Ausgabe.

Quelle: Ante-Nicene Fathers, vol. 8 (Buffalo: Christian Literature Publishing Co., 1886), Alexander Walker (1886) · gemeinfrei

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Verfasserschaft, Datierung und Hintergrund

Die Rache des Erlösers (Vengeance of the Savior), oder Vindicta Salvatoris, ist eine anonyme lateinische Erzählung aus dem Pilatuszyklus. Ihre Handlung spielt unter Tiberius und lässt Titus und Vespasian als Rächer des Todes Jesu auftreten, doch dieser Rahmen ist keine verlässliche historische Chronologie. Ein lateinischer Textzeuge aus Saint-Omer gehört ins neunte Jahrhundert, und eine altenglische Fassung wurde im elften abgeschrieben. Diese Daten belegen die mittelalterliche Verbreitung, nicht den ersten Verfasser. Das Werk konstruiert eine religiöse Erklärung für die Zerstörung Jerusalems durch Szenen der Heilung, der Bekehrung und der kollektiven Bestrafung.

Aufbau des einen Kapitels

Die Datei der Website stellt die gesamte Erzählung als ein Kapitel ohne nummerierte innere Gliederung dar. Der Anfang verbindet Nathan, der aus Judäa gesandt wurde, mit dem kranken Titus und der Nachricht von Jesus. Die Mitte berichtet von der Heilung des Titus, seinem Bündnis mit Vespasian, der Belagerung Jerusalems und der Gewalt gegen seine Einwohner. Dann sucht Velosianus Zeugen und das Bild, das Veronika aufbewahrt. Am Ende gelangt das Bild zu Tiberius, der geheilt und getauft wird. Dies sind Stufen innerhalb des einen Kapitels, keine zusätzlichen Kapitel.

Themen und Schlüsselstellen

Die Heilung des Titus nach dem Hören Nathans macht aus einem Bericht von Wundern ein Motiv für militärisches Handeln. Der Erzähler stellt die Eroberung Jerusalems als Strafe für die Kreuzigung dar; die Zuweisung der Schuld an ein ganzes Volk und die beschriebenen Hinrichtungen sind Elemente der antijüdischen Gewalt des Textes und keine Aussagen, die zu billigen wären. Die Suche nach dem Bild Jesu verlagert die Handlung vom Schlachtfeld zum Zeugnis Veronikas, Josephs von Arimathia und Nikodemus'. Schließlich heilt das Bild Tiberius und vollendet die erdachte Abfolge von Bekehrungen.

Übersicht nach Abschnitten

Anfang: Der Wind lenkt Nathan, einen Nachrichtenbringer aus Judäa, zu Titus. Sein Bericht über Jesus veranlasst Titus, seinen Glauben zu bekennen und seine eigene Heilung als Zeichen zu deuten.

Mitte: Titus ruft Vespasian, und gemeinsam greifen sie Jerusalem an. Die Erzählung stellt Belagerung, Hunger, Tote und den Verkauf von Menschen als religiöse Rache dar; diese Szenen gehören einer mittelalterlichen Legende an.

Ende: Velosianus hört Joseph und Nikodemus, erhält von Veronika das Bild Jesu und bringt es nach Rom. Tiberius wird vor ihm geheilt, empfängt die Taufe und beendet den Bericht mit einem Gebet.

Rezeption und Handschriften

Das Vorkommen der Vindicta Salvatoris in mittelalterlichen Handschriften neben anderen apokryphen Berichten zeigt ihre Verbreitung außerhalb des biblischen Kanons. Der Handschriftenkatalog von Stanford beschreibt eine altenglische Abschrift, die zusammen mit den Evangelien und dem Nikodemusevangelium angefertigt wurde. Forschungen zur italienischen Überlieferung verzeichnen zahlreiche spätere Fassungen, ein Beleg für fortgesetzte Umgestaltung. Die Leser sollten den historischen Fall Jerusalems von der fiktiven und verfolgerischen Deutung dieses Werkes unterscheiden.

Quellen

Dossier

Die mittelalterliche Legende, in der Rom den Tod Christi rächt: Titus und Vespasian werden durch ein heiliges Bild geheilt, bekehren sich und zerstören Jerusalem als Strafe.

Woher dieser Text stammt

Lateinisch, wahrscheinlich aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. Bekannt als Vindicta Salvatoris, gehört sie zum Pilatus-Zyklus und war im mittelalterlichen Abendland weit verbreitet.

Warum er nicht in der Bibel steht

Außerhalb aller Kanones.

Was du finden wirst

  • Sie beginnt wie eine datierte Chronik, in den Tagen des Kaisers Tiberius, unter Herodes, dem Tetrarchen, und erfindet alles, was danach kommt.
  • Titus erscheint mit einem Krebsgeschwür, das sein Gesicht befällt, und seine Heilung löst die ganze Geschichte aus.
  • Die Zerstörung Jerusalems wird als göttliche Rache umgedeutet: eine Lesart, die schwere geschichtliche Folgen hatte und heute mit Vorsicht gelesen wird.
  • Der Schlussschrei des Titus gegen Tiberius beschließt den Text im selben Ton der Anklage, in dem er geschrieben wurde.

Häufige Fragen

Ist dieser Text historisch?
Nein. Titus und Vespasian haben sich nie bekehrt, und die Zerstörung Jerusalems hatte politische und militärische Ursachen. Der Text ist eine mittelalterliche Legende, nützlich, um die Mentalität der Zeit zu verstehen, in der er geschrieben wurde.

Weiterlesen

Wie man es heute liest

Die Rache des Heilands gehört zum westlichen Zweig des Pilatus-Zyklus und hat den Zug einer mittelalterlichen Legende: Sie ist in mehreren lateinischen Fassungen und in Übersetzungen in europäische Sprachen bekannt. In ihrem Kern steht eine Vorstellung, die über Jahrhunderte umlief, nämlich dass die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 eine Strafe für den Tod Jesu gewesen sei. Diese Deutung hatte schmerzliche Folgen für die jüdischen Gemeinden, und die heutigen Forscher weisen darauf hin, dass es sich um eine späte theologische Lesart handelt, nicht um eine historische Tatsache. Man sollte den Text im Wissen darum lesen, als Zeugnis einer Mentalität und nicht als Quelle über die Ereignisse.

Zum Weiterlesen

Für andere Texte desselben Zyklus lies den Tod des Pilatus und das Nikodemusevangelium, und für die historische Belagerung Jerusalems sieh, was Lukas 21:20-24 und Matthäus 24:1-2 ankündigen. Für Joseph von Arimathäa, den Protagonisten einer anderen Erzählung des Zyklus, siehe den Text, der seinen Namen trägt und in diesem Bestand enthalten ist.

Quellen

  • J. K. Elliott, The Apocryphal New Testament (Oxford: Clarendon Press, 1993).
  • C. von Tischendorf, Evangelia Apocrypha, 2. Aufl. (Leipzig: Mendelssohn, 1876).
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