Diese Studie anhören
Verfasserschaft, Datierung und Hintergrund
Die Erzählung spricht in der ersten Person, als beschriebe Salomo den Bau des Tempels, doch ihre Zuschreibung an den König ist literarisch. Das griechische Werk sammelt Überlieferungen über Dämonen, Engel und die dem göttlichen Namen zugeschriebene Macht. Die Zeit seiner Zusammenstellung ist umstritten: Conybeare vertrat einen frühen jüdischen Kern mit christlichen Zusätzen; McCown schlug eine Zusammenstellung im frühen dritten Jahrhundert n. Chr. unter Verwendung älteren jüdischen Materials vor. Keiner der beiden Vorschläge macht das Werk zu einem vom biblischen Salomo verfassten Dokument.
Aufbau des Textes in dieser Ausgabe
Diese Sammlung bietet das Testament in einem Kapitel mit 130 Abschnitten und folgt der Abfolge von Conybeares Übersetzung. Zuerst plagt Ornias einen Arbeiter, und Salomo erhält einen Ring. Danach identifizieren aufeinanderfolgende Verhöre die Geister und unterwerfen sie Aufgaben im Zusammenhang mit dem Tempel. Die Geschichte endet mit dem Verlust der Macht des Königs durch Götzendienst und einer Warnung an die Leser.
Themen und Schlüsselstellen
Der nach dem Gebet gewährte Ring leitet Salomos Gewalt über Ornias ein. Seine Fragen an die Geister suchen nach ihren Namen, den ihnen zugeschriebenen Schäden und den Engeln, die sie zu bändigen vermögen; das sind Behauptungen der antiken Erzählung, keine medizinischen Beschreibungen. In dieser Geschichte hängt der Bau des Tempels von erzwungener dämonischer Arbeit ab. Das Ende verlagert die Aufmerksamkeit von der Macht auf ihren Verlust: Der Herrscher, der die Geister beherrschte, wird als verwundbar durch das eigene Begehren dargestellt.
Zusammenfassung nach Abschnitten
Zu Beginn des einen Kapitels verliert ein junger Arbeiter wegen Ornias Nahrung und Kraft. Salomo betet, erhält von Michael einen Ring und zwingt damit den Geist zu erscheinen. Dann ruft er Beelzebul und viele andere herbei, befragt sie zu ihrem Tun und weist ihnen Arbeit zu. Die lange Reihe von Begegnungen umfasst Geister, die mit Krankheiten, Sternen und verschiedenen Orten verbunden sind. Gegen Ende ist der Tempel vollendet, doch Salomo geht auf die Forderung ein, andere Götter anzubeten, um eine Frau zu erlangen. Herrlichkeit und Autorität weichen von ihm; deshalb schreibt er sein Testament als Warnung.
Rezeption und Handschriften
Das Werk gehört zur pseudepigraphen Literatur außerhalb der üblichen jüdischen und christlichen Kanones. Crawford Howell Toy verzeichnete die Veröffentlichung des griechischen Textes durch Fleck im neunzehnten Jahrhundert und vermerkte Spuren schreiberischer Veränderung. Die hier gelesene Gestalt ist nicht mit den kanonischen Büchern zu verwechseln, die Salomo zugeschrieben werden; ihr geschichtlicher Wert liegt in der Dokumentation späterer Überlieferungen über den König und die Geister.
Quellen
- F. C. Conybeare, The Testament of Solomon (1898).
- Crawford Howell Toy, Solomon, Testament of (1906).
- James H. Charlesworth, The Pseudepigrapha and Modern Research, excerto em Early Jewish Writings (s.d.).