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Apokryphen

Martyrium der Perpetua

1 Kapitel

Märtyrerakten

Kapitel

Englischer Text: Ante-Nicene Fathers, vol. 8 (Buffalo: Christian Literature Publishing Co., 1886), The Story of Perpetua, Alexander Walker, 1886 (gemeinfrei). Deutsch: Übersetzung von Lux Veritas auf Grundlage dieser Ausgabe.

Quelle: Ante-Nicene Fathers, vol. 8 (Buffalo: Christian Literature Publishing Co., 1886), The Story of Perpetua, Alexander Walker (1886) · gemeinfrei

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Verfasserschaft, Entstehungszeit und Umfeld

Trotz des hiesigen Titels „Martyrium der Perpetua“ ist das vorliegende Kapitel „The Story of Perpetua“, ein Anhang zu den apokryphen Taten des Petrus und des Paulus in der Übersetzung von Alexander Walker, 1886 in den Ante-Nicene Fathers erschienen. Seine Perpetua begegnet Paulus auf dem Weg zur Hinrichtung unter Nero und trifft Potentiana. Der Bericht bezeichnet sie nicht als die karthagische Märtyrerin der Passio Perpetuae et Felicitatis. Die herangezogene Quelle nennt für diesen Anhang weder einen Verfasser noch ein Abfassungsdatum; das Datum der englischen Übersetzung ist nicht das Datum des antiken Werkes.

Aufbau des einzigen Kapitels

Die hiesigen Verse 1–8 erzählen die Begegnung, das dem Paulus gegebene Tuch und seine Hinrichtung. In 9–14 kehrt es zurück, und Perpetuas Sehkraft wird wiederhergestellt. Die Verse 15–18 behandeln die Reaktion der Soldaten, ihr Bekenntnis und die Meldung an Nero. Gefangenschaft, Potentiana, Frauen des Palastes und die Tode füllen 19–23. Diese Verszahlen gehören zur Fassung dieser Seite; New Advent druckt die Geschichte in Absätzen ohne sie.

Themen und Schlüsselstellen

Das Tuch in 1:5–12 verbindet Perpetuas Mitgefühl mit dem gefangenen Paulus mit der nach seiner Hinrichtung berichteten Heilung. Die Reaktion der drei Wachen in 1:13–17 macht aus dem Wunder einen Wechsel der Gefolgschaft. Ihr Besuch im Palast in 1:18 schafft den erzählerischen Konflikt: Indem Perpetua das Bekenntnis der Soldaten meldet, veranlasst sie Neros Vorgehen gegen sie und gegen sich selbst. Potentianas Entschlossenheit in 1:19–21 trägt das Zeugnis nach der eigenen Logik der Erzählung aus dem Gefängnis in Richtung des kaiserlichen Haushalts.

Zusammenfassung nach Abschnitten

1:1–8: Paulus wird in Ketten unter Bewachung durch drei Soldaten zur Enthauptung geführt. Perpetua, die als einäugig beschrieben wird, weint bei diesem Anblick und gibt ihm ihr Tuch. Paulus bittet, dass es bei der Hinrichtung seine Augen bedecke; die Wachen spotten über den Gedanken, dass sie es zurückbekommen werde.

1:9–18: Nach dem Tod des Paulus erscheint das blutbefleckte Tuch wieder, und Perpetua erhält nach der Erzählung ihr Augenlicht zurück. Die Soldaten erkennen es und bekennen sich zu dem von Paulus gepredigten Gott. Perpetua bringt die Nachricht in den Palast, wo die Offenlegung ihres Bekenntnisses Neros Zorn auslöst.

1:19–23: Die Wachen werden auf verschiedene Weise getötet, und Perpetua wird gefangen gesetzt. Potentiana, die ebenfalls festgehalten wird, weil sie Christin werden wollte, erfährt von ihr über Paulus. Der Bericht bezieht auch Potentianas Schwester, Neros Frau und andere Frauen ein. Er endet mit Perpetuas Tod nach Folter und damit, dass Potentiana verbrannt wird. Dies sind Behauptungen der apokryphen Erzählung, keine in der angeführten Quelle unabhängig bestätigte Geschichte.

Aufnahme und Identifizierung

New Advent bewahrt diese Geschichte als letzten Abschnitt der Taten des Petrus und des Paulus (The Acts of Peter and Paul) und nennt Alexander Walker als Übersetzer der Ausgabe von 1886. Diese Einordnung erklärt die Bedeutung von Paulus, Nero und den Wachen. Der hiesige Titel birgt die Gefahr der Verwechslung mit der anderen Perpetua von Karthago; die Gestalten und der Schauplatz selbst unterscheiden die Werke. Diese Studie behandelt nur den hier tatsächlich angezeigten Anhang und weist ihm weder die Visionen noch das Martyriumsdatum des karthagischen Berichts zu.

Quellen

Dossier

Das Tagebuch einer zweiundzwanzigjährigen jungen Frau, im Gefängnis geschrieben, mit ihrem neugeborenen Sohn im Arm, bis zum Vorabend ihrer Hinrichtung in der Arena von Karthago: einer der ältesten von einer Frau verfassten Texte der christlichen Welt.

Woher dieser Text stammt

Karthago, um 203 n. Chr., auf Lateinisch. Der Kern wird Perpetua selbst und Saturus zugeschrieben, mit dem Rahmen eines Herausgebers, der das Ende erzählt. Die Echtheit des Tagebuchs wird von den meisten Fachleuten anerkannt.

Warum er nicht in der Bibel steht

Er war nie kanonisch, wurde aber an Festtagen in den Kirchen Nordafrikas gelesen, so sehr, dass Augustinus darüber predigte und daran erinnern musste, dass er keine Schrift ist.

Was du finden wirst

  • Die Auseinandersetzung mit ihrem Vater, der mehrmals ins Gefängnis zurückkehrt und sie anfleht, aufzugeben: die menschlichste Szene des Textes.
  • Die vier Visionen: die Leiter mit Waffen, der tote Bruder und der Kampf, in dem sie wie ein Mann gegen einen Ägypter ringt.
  • Die praktische Sorge um das Stillen ihres Sohnes, mitten im Warten auf den Tod ganz selbstverständlich festgehalten.
  • Felicitas, Sklavin und schwanger, gebiert im Gefängnis, um zusammen mit den anderen hingerichtet werden zu können.

Häufige Fragen

Hat Perpetua diesen Text wirklich selbst geschrieben?
Der Mittelteil gibt sich als von ihr selbst geschrieben aus, und die meisten Fachleute akzeptieren die Zuschreibung. Wenn sie sich bestätigt, ist es einer der ersten Texte weiblicher Autorschaft im Christentum.

Weiterlesen

Wie man es heute liest

Perpetua war zweiundzwanzig Jahre alt, stammte aus guter Familie und war verheiratet, mit einem kleinen Sohn, den sie stillte, als sie im Jahr 203 in Karthago verhaftet wurde, zusammen mit Felicitas und anderen Katechumenen, während der Verfolgung unter Kaiser Septimius Severus. Ihr im Gefängnis geschriebenes Tagebuch ist einer der ältesten Texte, die einer christlichen Frau zugeschrieben werden, und enthält vier Visionen, die sie als Antworten auf ihre Gebete deutete. Nach ihrem Tod ergänzte ein Herausgeber den Bericht um die Hinrichtung im Amphitheater, wo am Geburtstag des Kaisers wilde Tiere auf die Frauen losgelassen wurden. Ihr Festtag wird am 7. März begangen.

Zum Weiterlesen

Für andere Märtyrerberichte lies die Akten der scilitanischen Märtyrer, die sich in derselben Stadt ereigneten, und das Martyrium des Polykarp. Für den nordafrikanischen Rahmen sieh dir die Werke Tertullians in diesem Bestand an, und für eine andere Frau, die gegen den Willen ihrer Familie ihren Weg geht, die Paulus- und Theklaakten.

Quellen

  • H. Musurillo (Hrsg.), The Acts of the Christian Martyrs (Oxford: Clarendon Press, 1972).
  • T. J. Heffernan, The Passion of Perpetua and Felicity (Oxford: Oxford University Press, 2012).
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