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Erstes Buch von Adam und Eva · Kapitel 27

Als Satan, der Feind alles Guten, sah, wie sie im Gebet verharrten und wie Gott mit ihnen redete und sie tröstete und wie er ihr Opfer angenommen hatte, da trat Satan in einer Erscheinung auf.

2Er begann damit, seine Heerscharen zu verwandeln; in seinen Händen war ein flammendes Feuer, und sie waren in einem großen Licht.

3Dann stellte er seinen Thron nahe an den Eingang der Höhle, denn er konnte wegen ihrer Gebete nicht in sie eintreten. Und er warf Licht in die Höhle, bis die Höhle über Adam und Eva glänzte; während seine Heerscharen Lobgesänge zu singen begannen.

4Und Satan tat dies, damit Adam, wenn er das Licht sähe, in sich denke, es sei ein himmlisches Licht, und Satans Heerscharen seien Engel, und Gott habe sie gesandt, an der Höhle zu wachen und ihm Licht in der Finsternis zu geben.

5Damit, wenn Adam aus der Höhle käme und sie sähe und Adam und Eva sich vor Satan verneigten, er Adam dadurch überwinden und ihn ein zweites Mal vor Gott demütigen könnte.

6Als nun Adam und Eva das Licht sahen und es für echt hielten, stärkten sie ihre Herzen; doch da sie zitterten, sprach Adam zu Eva:

7„Sieh dir dieses große Licht an und diese vielen Lobgesänge und jene Heerschar, die draußen steht und nicht in unsere Höhle kommt. Warum sagen sie uns nicht, was sie wollen, woher sie kommen, was dieses Licht bedeutet, was jene Lobgesänge sind, warum sie an diesen Ort gesandt wurden und warum sie nicht hereinkommen?

8Wären sie von Gott, so würden sie mit uns in die Höhle kommen und uns sagen, warum sie gesandt wurden.“

9Da stand Adam auf und betete mit brennendem Herzen zu Gott und sprach:

10„O Herr, gibt es in der Welt einen anderen Gott außer dir, der die Engel erschaffen und mit Licht erfüllt und gesandt hat, uns zu behüten, und der mit ihnen käme?

11Doch sieh, wir sehen diese Heerscharen, die am Eingang der Höhle stehen; sie sind in einem großen Licht; sie singen laute Lobgesänge. Wenn sie zu einem anderen Gott gehören als du, so sag es mir; und wenn sie von dir gesandt sind, so teile mir den Grund mit, aus dem du sie gesandt hast.“

12Kaum hatte Adam dies gesagt, da erschien ihm in der Höhle ein Engel Gottes, der zu ihm sprach: „O Adam, fürchte dich nicht. Das ist Satan mit seinen Heerscharen; er will dich täuschen, wie er dich zuerst getäuscht hat. Das erste Mal verbarg er sich in der Schlange; dieses Mal aber ist er in der Gestalt eines Engels des Lichts zu dir gekommen, damit er dich, wenn du ihn anbetest, gerade in der Gegenwart Gottes versklaven kann.“

13Da ging der Engel von Adam weg, ergriff Satan am Eingang der Höhle, riss ihm die Verkleidung ab, die er angenommen hatte, und brachte ihn in seiner eigenen abscheulichen Gestalt zu Adam und Eva; die sich vor ihm fürchteten, als sie ihn sahen.

14Und der Engel sprach zu Adam: „Diese abscheuliche Gestalt ist seine, seit Gott ihn vom Himmel fallen ließ. In ihr hätte er dir nicht nahekommen können; darum verwandelte er sich in einen Engel des Lichts.“

15Da trieb der Engel Satan und seine Heerscharen von Adam und Eva fort und sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht; Gott, der euch geschaffen hat, wird euch stärken.“

16Und der Engel ging von ihnen fort.

17Adam und Eva aber blieben in der Höhle stehen; kein Trost kam zu ihnen; sie waren zwiespältig in ihren Gedanken.

18Und als es Morgen war, beteten sie und gingen dann hinaus, um den Garten zu suchen. Denn ihre Herzen waren ihm zugewandt, und sie konnten keinen Trost finden, weil sie ihn verlassen hatten.

Englischer Text: The Forgotten Books of Eden, The First Book of Adam and Eve (New York: Alpha House), translated by S. C. Malan, Rutherford H. Platt Jr. (ed.), 1926 (gemeinfrei). Deutsch: Übersetzung von Lux Veritas auf Grundlage dieser Ausgabe.

Quelle: The Forgotten Books of Eden, The First Book of Adam and Eve (New York: Alpha House), translated by S. C. Malan, Rutherford H. Platt Jr. (ed.) (1926) · gemeinfrei