Brief des Ignatius an die Römer · Kapitel 5
Von Syrien bis Rom kämpfe ich mit wilden Tieren, zu Lande und zu Wasser, bei Nacht und bei Tag, gebunden inmitten von zehn Leoparden, nämlich einer Schar Soldaten, die nur schlimmer werden, wenn man sie gütig behandelt. Doch durch ihr Unrecht werde ich mehr und mehr ein Jünger; dennoch bin ich dadurch nicht gerechtfertigt.
2Möge ich Freude haben an den Tieren, die für mich bereitet sind; und ich bete, dass ich sie bereit finde; ja, ich will sie locken, dass sie mich rasch verschlingen, nicht wie sie es bei manchen getan haben, die sie aus Furcht nicht anzurühren wagten. Ja, wenn sie von sich aus nicht willig sein sollten, während ich bereit bin, werde ich sie selbst dazu zwingen.
3Habt Geduld mit mir. Ich weiß, was mir zuträglich ist. Jetzt beginne ich, ein Jünger zu werden. Möge mich nichts von den sichtbaren und unsichtbaren Dingen beneiden, damit ich Jesus Christus erreiche. Kommen mögen Feuer und Kreuz und das Ringen mit wilden Tieren, Schneiden und Zerfleischen, Verrenken der Knochen, Zerhacken der Glieder, Zermalmen des ganzen Leibes, kommen mögen die grausamen Foltern des Teufels, mich zu bestürmen. Nur möge es mir vergönnt sein, Jesus Christus zu erreichen.
Englischer Text: The Apostolic Fathers (London: Macmillan, 1891), Ignatius to the Romans, J. B. Lightfoot and J. R. Harmer, 1891 (gemeinfrei). Deutsch: Übersetzung von Lux Veritas auf Grundlage dieser Ausgabe.
Quelle: The Apostolic Fathers (London: Macmillan, 1891), Ignatius to the Romans, J. B. Lightfoot and J. R. Harmer (1891) · gemeinfrei