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Apokryphen

Dormitio Mariae des Johannes

1 Kapitel

Entschlafung der Jungfrau

Kapitel

Englischer Text: Ante-Nicene Fathers, vol. 8, The Book of John Concerning the Falling Asleep of Mary, Alexander Walker, 1886 (gemeinfrei). Deutsch: Übersetzung von Lux Veritas auf Grundlage dieser Ausgabe.

Quelle: Ante-Nicene Fathers, vol. 8, The Book of John Concerning the Falling Asleep of Mary, Alexander Walker (1886) · gemeinfrei

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Verfasserschaft, Datierung und Zusammenhang

Das Buch des Johannes über das Entschlafen Marias (in der Forschung bekannt als The Account of St. John the Theologian of the Falling Asleep of the Holy Mother of God oder unter der lateinischen Bezeichnung De Obitu S. Dominae) ist ein anonymes christliches Apokryphon, das ursprünglich auf Griechisch unter der pseudepigraphischen Zuschreibung an den Apostel Johannes den Theologen verfasst wurde, dem Christus am Kreuz die mütterliche Fürsorge für Maria anvertraute.

Patristische und apokryphenkundliche Historiker, darunter Frederick Holweck und George Reid in der Catholic Encyclopedia sowie Brian Daley und Stephen Shoemaker, setzen die Verfestigung dieser griechischen Erzählung um 400 n. Chr. (spätes 4. bis frühes 5. Jahrhundert) im mönchischen und liturgischen Milieu Palästinas und des byzantinischen Ostens an. Der Text entstand in enger Verbindung mit der dogmatischen Erhebung Marias zur Theotokos (Gottesgebärerin) auf dem Konzil von Ephesus (431 n. Chr.) und mit der kaiserlichen Einführung des Festes der Entschlafung am 15. August durch Kaiser Mauricius im späten 6. Jahrhundert.

Aufbau

Der Text ist in den Handschriftentraditionen und kritischen Ausgaben als ein einziges ungeteiltes Kapitel überliefert; Literarhistoriker gliedern ihn in vier deutlich unterscheidbare Erzählszenen.

Der erste Abschnitt schildert die Ankündigung des Erzengels Gabriel über Marias bevorstehenden Heimgang am Heiligen Grab in Jerusalem, ihre Rückkehr nach Bethlehem und ihr Gebet um die Ankunft des Johannes und der Schar der Apostel. Der zweite Abschnitt erzählt von der wunderbaren Versammlung der Apostel, die auf Wolken von den Enden der Erde herbeigetragen werden, einschließlich der vorübergehenden Auferweckung verstorbener Apostel, gefolgt von Heilungswundern in Bethlehem und ihrer Versetzung auf Wolken nach Jerusalem. Der dritte Abschnitt zeigt am Tag des Herrn Christi herrliche Herabkunft auf einem Thron der Cherubim, seinen Austausch von Segenswünschen mit Maria, seine allgemeine Verheißung des Beistands für alle, die ihren Namen anrufen, und seine Aufnahme ihrer reinen Seele unter dem Halleluja der Engel. Der vierte Abschnitt gipfelt in der Trauerprozession nach Gethsemane, dem Abhauen und der heilenden Wiederherstellung der Hände des jüdischen Edelmanns Jephonias, Marias Bestattung in einem jungfräulichen Grab und ihrer leiblichen Entrückung ins Paradies, die die Apostel in einer Vision schauen.

Themen und Schlüsselstellen

Die zentralen theologischen Themen betonen die leibliche Unverweslichkeit und einzigartige Heiligkeit der Theotokos, die Einheit des gesamten Apostelkollegiums, das sich um ihr Hinscheiden versammelt, die grenzenlose Wirksamkeit ihrer Fürbitte für die ringende Menschheit und den Triumph über die Sterblichkeit, der durch ihre leibliche Aufnahme in das himmlische Paradies gezeigt wird.

Bevor er ihre Seele zu sich nimmt, spricht der Heiland eine bleibende Verheißung aus und tröstet seine Mutter hinsichtlich ihrer künftigen Macht der Fürbitte: „Jede Seele, die deinen Namen anruft, soll nicht zuschanden werden, sondern Barmherzigkeit, Trost, Beistand und Zuversicht finden.“

Zusammenfassung nach Abschnitten

Gabriels Ankündigung und Marias Bitte: Maria betet täglich am Grab Christi und empfängt den Erzengel Gabriel, der ihr offenbart, dass ihr irdischer Lauf vollendet ist und sie in Kürze mit ihrem Sohn in das ewige Leben eingehen wird. Begleitet von drei dienenden Jungfrauen in Bethlehem bringt sie Weihrauch dar und fleht Christus an, Johannes und die anderen Apostel vor ihrem Heimgang an ihre Seite zu senden.

Die wunderbare Ankunft der Apostel: In einer Lichtwolke aus Ephesus entrückt, gelangt Johannes an Marias Lager. Der Heilige Geist ruft darauf alle Apostel aus ihren weit entfernten Missionsgebieten herbei – Petrus aus Rom, Paulus aus Tiberia, Thomas aus Indien, Bartholomäus aus der Thebais und Markus aus Alexandrien – und erweckt verstorbene Apostel vorübergehend aus ihren Gräbern, damit sie die Mutter des Herrn begrüßen. Als Heilungswunder die Menge anziehen, veranlasst feindlicher Widerstand den römischen Prokurator, Truppen zu entsenden, doch der Heilige Geist trägt Marias Bett auf einer Wolke nach Jerusalem, wo göttliche Flammen diejenigen zurückweisen, die ihr Haus verbrennen wollen.

Die göttliche Parusie und der Heimgang der Seele: Am Tag des Herrn steigt Jesus auf Cherubim sitzend herab, umgeben von Engelscharen. Maria betet, dass jeder, der in der ganzen Welt ihren Namen anruft, Barmherzigkeit empfangen soll, eine Bitte, die Christus mit immerwährender Gnade bestätigt. Während Petrus den heiligen Hymnus anstimmt und die Chöre der Engel das Halleluja singen, leuchtet Marias Antlitz in himmlischem Glanz, und der Herr nimmt ihre makellose Seele unter duftendem Weihrauch in seine Hände auf.

Das Strafgericht über Jephonias und die Entrückung ins Paradies: Als die Apostel die Bahre nach Gethsemane tragen, werden sie von einem jüdischen Anführer namens Jephonias angegriffen, der versucht, das Lager umzustürzen; ein Engel mit einem Feuerschwert schlägt ihm auf der Stelle beide Hände ab, die an der Bahre hängen bleiben. Unter qualvollem Weinen bereut Jephonias, bekennt Christus als wahren Gott und wird von Petrus geheilt, indem seine abgetrennten Glieder wieder anwachsen. Der Leib wird in einem neuen Grab in Gethsemane beigesetzt, drei Tage lang von Engelsgesang umgeben; danach sehen die Apostel ihren heiligen Leib ins Paradies entrückt, wo Patriarchen, Propheten und Heilige ihn in unaufhörlicher Freude willkommen heißen.

Rezeption

Die Erzählung diente im christlichen Osten und Westen als das wichtigste theologische und literarische Vorbild für die Überlieferungen von der Entschlafung und der Aufnahme Marias. Ihre Motive inspirierten unmittelbar die patristischen Homilien des heiligen Johannes von Damaskus, des heiligen Modestus von Jerusalem, des heiligen Andreas von Kreta und des Johannes von Thessalonike. In Westeuropa nahm Gregor von Tours ihre zentralen theologischen Ereignisse in De Gloria Martyrum auf und schuf damit die Grundlage für die mittelalterlichen liturgischen Feiern am 15. August.

Der Text ist in griechischen Handschriften überliefert, darunter Venice Marciana gr. II 42, die Bestände der Pariser BNF und das Kloster des heiligen Johannes auf Patmos, mit alten Übersetzungen ins Syrische, Arabische, Armenische, Georgische und Äthiopische. Kritisch herausgegeben wurde er auf Griechisch von Constantin von Tischendorf in Apocalypses Apocryphae (1866) und ins Englische übersetzt von Alexander Walker in Ante-Nicene Fathers (Bd. 8).

Quellen

Dossier

Die dem Apostel Johannes zugeschriebene Fassung vom Tod Marias: die Botschaft des Engels, die Palme des Paradieses und die Tage des Wartens bis zur bestimmten Stunde.

Woher dieser Text stammt

Griechisch, aus dem 5. oder 6. Jahrhundert n. Chr., die am weitesten verbreitete der Entschlafungserzählungen im Osten.

Warum er nicht in der Bibel steht

Außerhalb aller Kanones.

Was du finden wirst

  • Der Engel übergibt Maria eine Palme des Paradieses, die später an der Spitze des Trauerzugs getragen wird.
  • Der Versuch eines Mannes, die Bahre umzustürzen, und was mit seinen Händen geschieht.
  • Der Ton ist liturgisch: Der Text wurde dafür geschaffen, am Fest laut vorgelesen zu werden.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich dieser Text vom Tod Marias (Transitus Mariae)?
Es sind verschiedene Rezensionen derselben Überlieferung, mit Unterschieden im Detail und in der Reihenfolge. Das Archiv enthält beide, sodass man sie vergleichen kann.

Weiterlesen

Wie man es heute liest

Die Berichte von der Dormitio Mariens bilden eine Familie von Texten des 5. und 6. Jahrhunderts, die auf Griechisch, Syrisch, Koptisch, Lateinisch und in anderen Sprachen kursierten. Sie erzählen, wie Maria, von einem Engel gewarnt, sich auf den Tod vorbereitet, wie die Apostel von überallher kommen und wie ihr Leib mit Ehren getragen wird. Die Johannes zugeschriebene Fassung ist eine der griechischen Fassungen dieser Überlieferung, und das Fest der Dormitio wird am 15. August gefeiert. Diese Erzählungen begründen eine Frömmigkeit, die die Schrift nicht belegt, und ihre Unterschiede zeigen, dass es keine einheitliche Fassung gab. Sie lassen sich besser als liturgische Texte denn als Chronik lesen.

Zum Weiterlesen

Für die Parallelfassung lies den Transitus Mariae, und für den Anfang ihrer Geschichte das Protevangelium des Jakobus und die Geburt der Maria, beide in diesem Bestand enthalten. Für das, was das Neue Testament über Maria sagt, schlage Lukas 1 und 2, Johannes 19:25-27 und Apostelgeschichte 1:14 auf.

Quellen

  • S. J. Shoemaker, Ancient Traditions of the Virgin Mary's Dormition and Assumption (Oxford: Oxford University Press, 2002).
  • S. C. Mimouni, Dormition et Assomption de Marie (Paris: Beauchesne, 1995).
  • J. K. Elliott, The Apocryphal New Testament (Oxford: Clarendon Press, 1993).
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