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Verfasserschaft, Datierung und Rahmen
Der Titel Apokryphon Hesekiels fasst Fragmente zusammen, die dem biblischen Propheten zugeschrieben werden, doch keines nennt den Verfasser des verlorenen Werkes. Nach James Charlesworth sind erhalten: Zitate bei den Kirchenvätern (zwei bei Epiphanius, Panarion 64.70 und 30.30, eines bei Clemens von Rom und eines bei Clemens von Alexandria) sowie drei Fragmente des Chester-Beatty-Papyrus 185 aus dem vierten Jahrhundert. Eine solche indirekte Überlieferung kann weder den vollen Umfang der Sammlung noch ihre ursprüngliche Ordnung oder ihr genaues Datum sichern. Die fünf Kapitel dieser Sammlung sind eine redaktionelle Anordnung kurzer Stoffe, keine gesicherten Kapitel eines vollständigen antiken Buches.
Aufbau der fünf Fragmente der Sammlung
Kapitel 1 bietet den längsten Bericht: einen König, zwei vom Festmahl ausgeschlossene Männer und das Gleichnis vom Lahmen und vom Blinden. Kapitel 2 macht die gemeinsame Verantwortung von Seele und Leib im Gericht ausdrücklich. Kapitel 3 verbindet kurze Sprüche über eine junge Kuh und den Ort des Gerichts. Kapitel 4 enthält Aufrufe zur Buße. Kapitel 5 ist ein biographischer Bericht aus der Überlieferung über Hesekiel, verschieden vom Eingangsgleichnis.
Themen und Schlüsselstellen
Der Anfang von 1 kündigt die Auferstehung der Toten an; die folgende Geschichte zeigt, wie der Lahme und der Blinde zusammenwirken, um den Garten des Königs zu erreichen. Zur Rechenschaft gezogen, beruft sich jeder darauf, allein dazu unfähig zu sein. Kapitel 2 überträgt das Bild auf Leib und Seele im Gericht. Kapitel 4 betont, dass Gott die Umkehr des Sünders wünscht. Es gibt keinen Grund, jedes Fragment als nächste Stufe einer zusammenhängenden Argumentation zu behandeln: Verschiedene Überlieferer haben sie bewahrt.
Zusammenfassung nach Abschnitten
1: Ein König bereitet ein Festmahl und lässt zwei Männer aus. Sie verbinden ihre Fähigkeiten, um Früchte aus seinem Garten zu nehmen, leugnen die Tat aber auf Befragen. Der König führt die Gefährten wieder zusammen und richtet sie, ein Bild für die gemeinsame Verantwortlichkeit von Leib und Seele.
2–3: Eine Betrachtung lehnt es ab, im Letzten Gericht die Seele vom Leib zu trennen. Zwei kurze Sprüche folgen ohne eine Erzählung, die sie mit der früheren Episode verbände; der erhaltene Text klärt nicht, in welchem Zusammenhang sie ursprünglich standen.
4–5: Ein Aufruf zur Buße steht neben einer Überlieferung über Hesekiels Tod in Babylon und Zeichen am Fluss Kebar. Dieser Themenwechsel offenbart den zusammengesetzten Charakter der vorliegenden Sammlung.
Rezeption
Epiphanius führt das Gleichnis in einer Erörterung über Auferstehung und Gericht an, und andere christliche Schriftsteller bewahren mit Hesekiel verbundene Sprüche außerhalb des kanonischen Buches. Charlesworth merkt außerdem an, dass Josephus zwei Bücher Hesekiels erwähnt, ein Zeichen dafür, dass im ersten Jahrhundert mindestens eine solche Schrift bestand. Das Apokryphon Hesekiels liegt außerhalb des biblischen Kanons; das genaue Verhältnis aller Fragmente zueinander bleibt ungewiss.
Quellen
- James H. Charlesworth (citado por Peter Kirby), Apocryphon of Ezekiel (1976).