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Verfasserschaft, Datierung und Hintergrund
Der Anfang nennt das Buch das Wort des HERRN an Israel durch Maleachi (1:1). Die Bezeichnung kann als Eigenname oder als Ausdruck im Sinne von „mein Bote“ gelesen werden; die Identität des Propheten bleibt umstritten. Die Einleitung der USCCB setzt die Abfassung mehrere Generationen nach dem babylonischen Exil an und lässt ein Datum vor, während oder nach dem ersten Wirken Nehemias in Jerusalem im Jahr 445 v. Chr. zu. Der Text setzt Priester, einen Tempel und Opfer voraus, gibt aber für die einzelnen Sprüche kein Jahr an. Fragen, die dem Volk zugeschrieben werden, und göttliche Antworten bilden eine Reihe von Streitgesprächen.
Aufbau der vier Kapitel dieser Ausgabe
In Kapitel 1 geht die Beteuerung der Liebe zu Israel dem Vorwurf mangelhafter Opfer voraus. Kapitel 2 kritisiert die Priester und die eheliche Untreue und endet mit der Klage, dass das Böse zu gedeihen scheint. Kapitel 3 kündigt einen Boten, Gericht und Läuterung an, wendet sich den Zehnten zu und hält das Gespräch derer fest, die den Herrn fürchten. Das kurze Kapitel 4 in dieser Ausgabe stellt den brennenden Tag dar, erinnert an das Gesetz des Mose und kündigt Elia an. Andere Ausgaben stellen diese Schlussverse in Kapitel 3; die Verweise hier folgen den vier Kapiteln dieser Seite.
Themen und Schlüsselstellen
Die Frage „Wie hast du uns geliebt?“ in 1:2 eröffnet einen von Einwänden geprägten Dialog. Untaugliche Opfertiere in 1:6–14 und das Versagen priesterlicher Lehre in 2:1–9 verbinden Gottesdienst mit Verantwortung. In 2:10–16 verbindet sich die Anprangerung ehelicher Treulosigkeit mit der Kritik an Gewalt gegen die Ehefrau. Die Klage über die Gerechtigkeit in 2:17 führt zum Boten und Läuterer von 3:1–5, dessen Gericht auch die Ausbeutung von Arbeitern und Schutzlosen trifft. Die Segensverheißung für treue Abgaben in 3:8–12 löscht den vorausgehenden Vorwurf gegen Priester und Mächtige nicht aus.
Zusammenfassung nach Teilen
1: Israel stellt die Erklärung göttlicher Liebe in Frage; die Antwort erinnert an Jakob und Esau. Die Aufmerksamkeit wendet sich dann den Priestern zu, die blinde oder kranke Tiere darbringen und zugleich Ehrfurcht vor dem Altar verlangen.
2: Die Priester werden gewarnt, weil sie das Volk durch ihre Lehre irreführen. Der Text klagt diejenigen an, die an einer Frau und am Bund der Gemeinschaft treulos handeln. Er endet mit der Frage, wo der Gott der Gerechtigkeit sei.
3–4: Ein Bote geht dem göttlichen Handeln voraus; das Bild des geläuterten Metalls leitet das Gericht über ungerechte Praktiken ein. Ein Ruf zur Umkehr schließt Zehnten und Abgaben ein. Derer, die den Herrn fürchten, wird gedacht, während Kapitel 4 das Schicksal der Hochmütigen der Heilung für diejenigen gegenüberstellt, die seinen Namen ehren. Der Schluss erinnert an Mose und verheißt Elia vor dem Tag des Herrn.
Rezeption und Stellung im Kanon
Maleachi beschließt in der hebräischen Bibel das Zwölfprophetenbuch; christliche Altes Testamente stellen es unter die prophetischen Bücher. Sein Ende verbindet die Erinnerung an das Gesetz des Mose mit der Hoffnung auf Elia, eine Verbindung, die für das Verständnis seines Schlusses zentral ist. Der Unterschied zwischen drei und vier Kapiteln ist redaktionell: Die Einleitung der USCCB endet in Kapitel 3, während diese Ausgabe die letzten sechs Verse als Kapitel 4 absetzt. Der Inhalt des Schlusses bleibt von dieser Nummerierung unberührt.
Quellen
- United States Conference of Catholic Bishops, The Book of Malachi (s.d.).