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Verfasserschaft, Datierung und Rahmen
Das Buch nennt Hesekiel, den Sohn des Busi, als Priester unter den Verbannten am Fluss Chebar (1:1–3). Seine Botschaften sind nach der Verbannung des Königs Jojachin datiert: Die Eingangsvision gehört in dessen fünftes Jahr, die Vision vom neuen Tempel in sein fünfundzwanzigstes (40:1). Die Sammlung enthält Orakel aus verschiedenen Anlässen. Die Jewish Encyclopedia weist darauf hin, dass die später datierte Botschaft in 29:17–21 wie ein Zusatz zu einem zuvor geordneten Werk wirkt. Die Kapitel müssen nicht alle auf einmal geschrieben worden sein.
Aufbau der achtundvierzig Kapitel
Die Eingangsvision und die Berufung umfassen 1–3. Anklagen gegen Jerusalem ziehen sich durch 4–24; Orakel gegen die Nachbarvölker füllen 25–32. Nach der Nachricht vom Fall der Stadt wenden sich 33–39 der Verantwortung und der Wiederherstellung zu. In 40–48 bilden die Vermessung eines Heiligtums, Gottesdienstordnungen, ein Fluss und eine Landzuteilung die abschließende Vision. Diese Gliederung folgt den Kapiteln dieser Sammlung.
Themen und Schlüsselstellen
Die göttliche Herrlichkeit erscheint in 1:4–28 außerhalb Jerusalems und verlässt in 10–11 den Tempel. Der Wächter in 3:16–21 und 33:1–9 muss warnen, während 18:1–32 es ablehnt, die Schuld der Eltern als automatische Erklärung für das Schicksal der Kinder zu behandeln. Kapitel 34 stellt die göttliche Fürsorge den Hirten gegenüber, die sich selbst weideten. Das neue Herz in 36:26–27 geht den wieder belebten Gebeinen von 37:1–14 voraus. In 47:1–12 verändert das aus dem Heiligtum fließende Wasser die Landschaft der Vision.
Zusammenfassung nach Abschnitten
1–24: Hesekiel sieht lebendige Wesen und Räder am Chebar, isst eine Schriftrolle und wird zu einem widerspenstigen Volk gesandt. Ein Ziegel, ein Schwert und andere Zeichenhandlungen stellen die Belagerung dar; die Tempelszenen von 8–11 enthüllen verurteilte Praktiken und den Abzug der Herrlichkeit. Gleichnisse und Anklagen führen zur Ankündigung der Belagerung (1–3; 4–5; 8–11; 24).
25–39: Ammon, Moab, Edom, Philistäa, Tyrus, Sidon und Ägypten empfangen Gerichtsorakel. Dann meldet ein Bote den Fall Jerusalems. Der Angriff auf die selbstsüchtigen Hirten weicht einer Verheißung der Sammlung: Dürre Gebeine leben, zwei Stäbe werden vereint, und Gog wird besiegt (25–32; 33–34; 37–39).
40–48: Ein Führer vermisst den Tempelbezirk, und die Herrlichkeit kehrt durch das östliche Tor zurück. Anweisungen für Priester, Fürst, Opfer und Land folgen. Ein Fluss wird tiefer, während er das Heiligtum verlässt; das Buch endet mit den Stämmen, die um eine Stadt angeordnet sind, deren Name die Gegenwart des Herrn verkündet (40–43; 44–47; 48:35).
Rezeption und Überlieferung
Hesekiel gehört in der hebräischen Bibel zu den Propheten und zu den christlichen Alten Testamenten. Die Jewish Encyclopedia verzeichnet eine frühe jüdische Debatte über das Verhältnis der Tempelordnungen von 40–48 zur Tora. Die Catholic Encyclopedia vermerkt Unterschiede zwischen hebräischen und griechischen Lesarten. Die Tempelvision behauptet nicht, dass das darin beschriebene Gebäude tatsächlich errichtet wurde.
Quellen
- Emil G. Hirsch e Karl Heinrich Cornill, Ezekiel, Book of (1906).
- Crossway, Introduction to Ezekiel (s.d.).
- Joseph Schets, Ezekiel (1909).