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Verfasserschaft, Datierung und Rahmen
Esra (Esdras) stellt seine beiden Erzählungen in die persische Zeit nach dem babylonischen Exil. Die erste beginnt mit dem Befehl des Kyrus, den Tempel wieder aufzubauen (1:1–4); die zweite schildert die Sendung des Schreibers Esra unter Artahsasta (7:1–10). Das Buch nennt keinen Verfasser des Ganzen. Die Einleitung der USCCB verzeichnet sowohl die ältere Zuschreibung an den Chronisten als auch den Vorschlag einer chronistischen Schule. Sie unterscheidet Esras Ich-Bericht in 7:27–9:15 von dem übrigen zusammengestellten Material. Der gesamte Bericht sollte nicht einfach seiner Hauptfigur zugeschrieben werden.
Aufbau der zehn Kapitel
Die Kapitel 1–6 zeichnen Rückkehr, Altar, Widerstand gegen den Bau und die Vollendung des Tempels nach. In 7–8 erhält Esra die königliche Vollmacht und organisiert eine weitere Reise. Die Kapitel 9–10 behandeln die von den Vornehmen gemeldeten Ehen und die Antwort der Versammlung. Der Wechsel der Personen und der Zeit zwischen 6 und 7 gehört zur Form des Buches; es handelt sich nicht um eine einzige ununterbrochene Episode.
Themen und Schlüsselstellen
Der Erlass in 1:2–4 und die Rückgabe der Gefäße in 1:7–11 verbinden die Reise mit dem Gottesdienst. Die Familienliste in 2 hält Ansprüche auf die Zugehörigkeit zur Gemeinde fest; 3:10–13 verbindet beim Legen des Fundaments Feier und Weinen. In 4–6 beeinflussen Briefe und kaiserliche Archive das Werk. Esra erscheint in 7:10 als Schüler und Lehrer des Gesetzes. Sein Gebet in 9:6–15 geht dem gemeinsamen Beschluss in 10 voraus, einer schwierigen Stelle wegen ihrer Wirkung auf die im Bericht genannten Frauen und Kinder.
Zusammenfassung nach Teilen
1–3: Kyrus erlaubt eine Rückkehr nach Jerusalem und gibt die Tempelgefäße frei. Die Heimkehrer, darunter Priester und Leviten, werden verzeichnet. Der Altar wird vor dem Gebäude wiederhergestellt; als die Fundamente gelegt werden, freuen sich die einen, und ältere Zeugen weinen (1:1–11; 2:1–70; 3:1–13).
4–6: Nachbargruppen fechten das Werk an und wenden sich an persische Beamte. Haggai und Sacharja ermutigen zur Wiederaufnahme. Eine Archivsuche bestätigt den früheren Befehl; der Tempel wird vollendet und eingeweiht, und das Passafest folgt (4:1–24; 5:1–17; 6:1–22).
7–10: Artahsasta genehmigt Esras Reise. Esra versammelt Gefährten und prüft vor dem Aufbruch, ob Leviten dabei sind. In Jerusalem melden die Vornehmen Ehen mit Frauen anderer Völker. Esra bekennt die Schuld der Gemeinschaft; eine Versammlung ordnet eine Untersuchung an, und das Buch schließt mit einer Liste der Beteiligten (7–8; 9:1–15; 10:1–44).
Rezeption und Überlieferung
Esra und Nehemia kursierten in der hebräischen Überlieferung einst als ein gemeinsames Werk, obwohl sie hier getrennte Bücher sind. Die USCCB verweist auf die Debatte über die Reihenfolge der Ereignisse und das Verhältnis der beiden Denkschriften. In dieser Sammlung bezeichnet Esra diese zehn Kapitel über die Rückkehr und das Werk des Schreibers; andere Bücher, die Esras Namen tragen, sind davon verschieden.
Quellen
- United States Conference of Catholic Bishops, The Book of Ezra: Introduction (s.d.).
- American Bible Society, Ezra (2016).